Über 150 Schülerinnen und Schüler in Pirna aktiv auf Spurensuche

09. November 2010

100 Schülerinnen und Schüler begaben sich auf eine spannende Spurensuche.

Am Dienstag, den 09. November 2010 begaben sich 100 Schülerinnen und Schüler des Beruflichen Schulzentrums für Wirtschaft Pirna auf eine spannende Spurensuche. In sechs Gruppen waren die Jugendlichen in Pirna unterwegs, um mehr über die „Euthanasie“ im Nationalsozialismus und die Rolle der Pirnaer Tötungsanstalt im Rahmen der „Aktion T4“ in der Zeit vom Juni 1940 bis September 1941 zu erfahren. Um das Gedenken an die Opfer lebendig zu halten, erneuerten sie unter anderem mit Sprühfarbe die "Gedenkspur", eine Spur aus bunten Kreuzen, die sich quer durch die Pirnaer Innenstadt bis zur Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein zieht.


Sie besuchten die Behindertenwerkstätten der AWO, und erstellten eine Audioführung für die Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein. Darüber hinaus führten elf Schülerinnen und Schüler eine Befragung durch, um zu erfahren, was Pirnaer Bürgerinnen und Bürger über den Hintergrund des „Denkmals der Grauen Busse“ wissen und welche Beziehung sie zu diesem dunklen Kapitel unserer Stadtgeschichte haben. "Dabei wurde deutlich, dass drei Viertel der Befragten das Mahnmal kennen und dies auch gleich mit der Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein in Verbindung bringen", sagte Maria Nobis, die die Jugendlichen bei der Entwicklung der Fragebögen und der anschließenden Auswertung unterstützte.


Außerdem besuchten 50 Schülerinnen und Schüler der Mittelschule Königsstein die Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein und informierten sich dort über den unmenschlichen Umgang mit kranken und behinderten Menschen während der Zeit des Nationalsozialismus. Die Jugendlichen beschäftigten sich mit den Schicksalen behinderter Kinder aus dem Katharinenhof in Ostsachsen, die
1940/41 auf dem Sonnenstein ermordet wurden.


Die verschiedenen pädagogischen Angebote, welche im Rahmen der „Gedenkprojekte für Schulen“ im Jahr 2010 kostenfrei gebucht werden können, sind ein Kooperationsprojekt der Friedrich-Ebert-Stiftung, Büro Dresden, der Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein und des Aktion Zivilcourage e.V. In diesem Jahr fanden bereits 29 gemeinsame Veranstaltungen mit insgesamt über 700 Teilnehmerinnen und Teilnehmern statt.

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