Extremismus im Landkreis geht zurück

In Wilsdruff trafen sich Vertreter aus Politik und Sicherheitsbehörden.

Wehret den Anfängen, fordern Vize-Landrat Peter Darmstadt und andere Mitglieder der Steuerungsgruppe Extremismus des Landkreises. Das Gremium mit zehn Vertretern aus Stadtverwaltungen, Jugendamt, Schulen, Justiz, Polizei und Staatsschutz tagt bis zu viermal im Jahr. Vor Kurzem kam die Gruppe in Wilsdruff zusammen.

In der nicht-öffentlichen Sitzung im Rathaus am Markt wurden aktuelle Entwicklungen in der links- und rechtsextremistischen Szene des Landkreises diskutiert. „Die Sicherheitsbehörden wissen, wo sich etwas in diese Richtung entwickelt“, sagt Darmstadt, der auch Leiter der Steuerungsgruppe ist.

Extremismus präsent im Kreis

Extremismus sei präsent. So etwa in Königstein, wo sich die Gruppe im September getroffen hatte. Dort sei der Jugendclub geschlossen worden, nachdem es im Umfeld des Klubs Probleme mit Rechtsextremen gegeben hatte. Es sei ein „durchaus auffälliges Potential“ im Kreis vorhanden. Das beziehe sich vor allem auf Rechtsextremismus, es gebe jedoch auch Fälle von Linksextremismus. „Eine Bedrohung gibt es aber bei uns nicht“, sagt Darmstadt. Im Vergleich zu Vorjahren sei eher ein Rückgang im Bereich Extremismus zu verzeichnen.

Das liege an der Präventionsarbeit, vor allem aber auch daran, dass Extremismus in vielen Lebensbereichen mehr Aufmerksamkeit gewidmet wird, als in Vorjahren. Die Steuerungsgruppe will auch helfen zu verhindern, dass links- oder rechtsextremistisches Gedankengut auf Schulhöfen oder in Jugendklubs verbreitet werden kann. „Man kann nie alle erreichen, aber möglichst viele“, sagt Darmstadt.

In Wilsdruff, wo Extremismus keine auffällige Rolle spiele, wurde bei dem Treffen auch die Demokratie-AG vorgestellt. Die AG soll insbesondere Jugendlichen Chancen bieten, sich an politischen Prozessen in der Stadt zu beteiligen.

Autor: Sächsische Zeitung, 6.12.2010

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