Ausstellung über Sinti und Roma im Pirnaer Rathaus
Romani Rose schreibt sich ins goldenes Buch der Stadt Pirna ein
Im Foyer des Pirnaer Rathauses ist eine Gedächtnisausstellung über Sinti und Roma aus Böhmen und Mähren zu sehen.
Der Schirmherr Oberbürgermeister Klaus-Peter Hanke eröffnete diese am Montag, 6. September 2010, gemeinsam mit Romani Rose, dem Vorsitzenden des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma, der sich an diesem Tag ebenfalls ins Goldene Buch der Stadt Pirna einschrieb. Während des Nationalsozialismus wurden 13 Verwandte von Rose in Konzentrationslagern ermordet. Er selbst ist Mitglied des internationalen Auschwitz-Rates.
Die Ausstellung thematisiert die fast vollständige Vernichtung der Sinti und Roma während der NS-Zeit. Verschiedene Informationen über Herkunft sowie Wanderung der Sinti und Roma bis hin zu Perspektiven des Zusammenlebens in Tschechien am Modell der Stadt Decin werden den Besuchern darin vermittelt. Der Holzbildhauer Seelig aus Pirna bereicherte den Überblick mit einem Roma-Relief und einer Roma-Skulpturengruppe.
Oberbürgermeister Klaus-Peter Hanke: „Diese Form der Aufklärung unserer Geschichte ist wichtig. Ich unterstütze diese regionalen Bildungsangebote, weil sie den Bürgerinnen und Bürgern Argumente gegen Ewiggestrige an die Hand geben. Die fast vollständige systematische Vernichtung der Roma und Sinti, zwischen 1933 bis 1945 ist unvorstellbar und vor allem unentschuldbar. Daher bewundere ich das Engagement und den Mut der SPD Arbeitsgemeinschaft Euroregion Elbe-Labe, unter der engagierten Leitung von Herrn Klaus Fiedler, sich diesem Thema mit einer Ausstellung zu nähern. Unermüdlich setzt er sich immer wieder für ein lebendiges Miteinander der partnerschaftlichen Verbindung zwischen Decin und Pirna ein. Ihm, wie auch seinen Mitstreitern sowie den anderen Schirmherren dieser Ausstellung, gilt mein besonderer Dank.“
Die Ausstellung wird einen Monat lang im Foyer des Pirnaer Rathauses zu sehen sein.
Autor: Thomas Gockel, Koordinator gegen Extremismus