"Das Denkmal der Grauen Busse"

Das „Denkmal der Grauen Busse“ erinnert an die Todestransporte der 70.000 Opfer der NS-Euthanasie-Aktion in den Jahren 1940/41. Geschaffen von den Künstlern Andreas Knitz und Dr. Horst Hoheisel soll das „Denkmal der Grauen Busse“ als Mahnmal dienen und stetig an die Geschehnisse erinnern. Ein in Segmente aufgeschnittener, begehbarer grauer Bus, in Originalgröße aus Beton gegossen, blockiert dauerhaft die ehemalige Pforte, aus dem die Todesbusse der Euthanasie-Aktion das Gelände der ehemaligen Heilanstalt Weißenau in Ravensburg verließen. Ein zweiter Denkmalbus wechselt im Laufe der Jahre seinen Standort, um so die Erinnerung in die Regionen zu tragen, in denen sich eine der sechs Tötungsanstalten der Euthanasie-Aktion befand. Pirna-Sonnenstein war eine von ihnen. 2010 jährt sich der erste Transport auf den Sonnenstein 2010 zum 70. Mal.

Hoheisel und Knitz wollen nicht nur den Opfern der NS-„Euthanasie“ ein Denkmal setzen, sondern auch die Tat und die Täter reflektieren, indem die grauen Busse, die Werkzeuge der Täter, als „Transportmittel“ der Erinnerung genutzt werden. Neben fünf weiteren Vernichtungsanstalten wurden auf dem Pirnaer Sonnenstein mindestens 14.751 Männer, Frauen und Kinder aufgrund ihrer Behinderung oder psychischen Krankheit im Zuge der T4-
Aktion systematisch getötet. Um die Erinnerung an die Geschichte wach zu halten, wird es auch für Pirna eine große Bereicherung sein, diesen Denkmalbus aufzustellen. Dieses „begehbare Geschichtsbuch“, wie es von einem der Künstler bezeichnet wird, soll die Geschichte vor allem für die Jugend erlebbar machen. Im Denkmalbus eingeschrieben ist das Zitat: "Wohin bringt ihr uns?", die überlieferte Frage eines Patienten. Diese bietet z.B. die Grundlage für Zeitzeugenbefragungen innerhalb Pirnas und der Region. Wie gingen die Menschen mit den Bussen um? Wo fuhren sie lang? Wusste die Bevölkerung von dem Hintergrund dieser Transporte? Da die Generation der zu Befragenden stetig schwindet, ist dies wohl eine der letzten Möglichkeiten mit dem Wissen der Verbliebenen eine Grundlage für die Schüler und Schülerinnen zu schaffen. Unter dem Gesichtspunkt der  Vergangenheitsaufarbeitung werden im gesamten Zeitraum der Aufstellung der Grauen Busse Veranstaltungen die Thematik immer wieder in den Mittelpunkt rücken. Für dieses Projekt hat sich ein Trägerkreis gebildet, in dem die Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein, das
Kuratorium Altstadt e.V., das Kuratorium Gedenkstätte Sonnestein e.V., die Stadtverwaltung Pirna und die Aktion Zivilcourage e.V. gemeinsam an der Realisierung des Projektes arbeiten.

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