Der Lokale Aktionsplan für die Region Sächsische Schweiz im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Ziele
Hauptziel ist die Zurückdrängung rechtsextremistischer Aktivitäten und der Einflussnahme von Rechtsextremisten auf Jugendliche im Landkreis Sächsische Schweiz. Dabei ist es notwendig, eine Politische Streitkultur auf der Basis freiheitlich-demokratischer Grundwerte zu fördern und zu entwickeln. Als generelle Zielgruppen stehen sich entwickelnde Persönlichkeiten sowie jugendliche und erwachsene Multiplikatoren im Vordergrund. Die Projekte sollen jungen Menschen in praktischer und anschaulicher Form demokratisches Wertebewusstsein vermitteln, in dem der Schutz der Menschenwürde oberste Priorität hat.
Multiplikatoren sollen in Fortbildungs- und Gesprächsangeboten rechtsextremistische Strukturen in Sachsen und im Landkreis sowie aktuelle Strategien und Aktionsformen von Rechtsextremisten kennen lernen und eigene Strategien entwickeln. Wichtig ist auch, diese Zielgruppe mit den verschiedenen Ausdrucksformen einer rechten Jugendkultur vertraut zu machen, um sie zu befähigen, diese zu erkennen und entsprechend zu intervenieren. Bestandteil der Fortbildung ist die Erarbeitung situationsbezogener Handlungsmöglichkeiten.
Zielebenen
1. Die Politische Ebene und Organisationsebene
Ziel ist hier die Koordinierung, Strukturierung und Bündelung der im Landkreis vorhandenen Ressourcen und das Aufzeigen noch bestehender Defizite und der Aufbau notwendiger Strukturen im Kampf gegen Rechtsextremismus.
2. Rechercheebene
Intensive Recherchen zu Rechtsextremismus sind Voraussetzung für jegliche Entscheidungen über Angebote von Beratung sowie Jugendarbeit/Jugendsozialarbeit. Die Kenntnis über extremistische Ursachen, Strukturen, deren Wandel, Strategien, Aktions- und Ausdrucksformen sind unabdingbare Vorraussetzung für die Umsetzung der Ziele.
3. Beratungsebene
Angebote der Beratungsebene haben helfenden, bildenden und vermittelnden Charakter. Sie sollen die Arbeit der Projekt- und Beziehungsebene unterstützen.
4. Unterstützende Projektebene
Hier werden schwerpunktmäßig mit Informations- und Aufklärungsarbeit die Angebote der unterstützenden Projektebene verfolgt. Die Sensibilisierung für die Zielproblematik und konkrete Problemlagen stehen im Vordergrund.
Zielgruppen
Hauptzielgruppe sind junge Menschen im Alter zwischen 14 und 21 Jahren in ihren selbst gewählten Strukturen. Angrenzende ältere Jugendliche und junge Erwachsene sind als Multiplikatoren und Vermittler anzusehen. Mit besonderer Sorgfalt sollen auch 12 - 14jährige Kinder in geeigneter Weise Adressaten von Projektarbeit sein.
Neben Aktivitäten, die getragen sind durch die politische Öffentlichkeit des gesamten Landkreises, sollen spezielle Projekte sich den Kommunen widmen, wo demokratische Strukturen der Jugendarbeit unterrepräsentiert sind und ein besonderer Unterstützungsbedarf zur Zurückdrängung von Rechtsextremismus besteht.
Handlungskonzept
Die Jugendarbeit orientiert sich an der Lebenswelt der Jugendlichen und ihren tatsächlichen Bedürfnissen. Für die Arbeit mit den definierten Zielgruppen ist es von großer Bedeutung, dass diese an zunächst weitgehend wertfreien allgemeinen Bestrebungen ansetzt. Wesentliche Mittlerfunktion für entsprechende gesellschaftlich wertvolle aktive Handlungsräume der Jugendlichen sind dabei tragfähige personelle Beziehungen dort, wo die Jugendlichen ohne Zwang ihre Freizeit verbringen. Die Situation in der Kommune und die vorhandenen Ressourcen der Jugendlichen werden ebenso in Betracht gezogen wie eventuelle Kooperationspartner.
Die Arbeit ist gekennzeichnet durch Präsenz, Verlässlichkeit, Kontinuität, Transparenz, Flexibilität, Akzeptanz sowie Toleranz.
Die Angebote basieren auf Freiwilligkeit, Motivationsfähigkeit und funktionieren nur bei Beteiligung der Jugendlichen, von Entscheidungsträgern sowie anderen Partnern.
Multiplikatoren sollen in Fortbildungs- und Gesprächsangeboten rechtsextremistische Strukturen in Sachsen und unserem Landkreis sowie aktuelle Strategien und Aktionsformen von Rechtsextremisten kennen lernen und eigene Strategien zum Umgang damit und Gegenwirken entwickeln. Auf der Organisationsebene wird die Arbeit der agierenden Projekte fachlich und inhaltlich koordiniert und gleichzeitig abgestimmt und ausgewertet.
Intensive Recherchen zu Rechtsextremismus bilden die Voraussetzung für Entscheidungen über Angebote von Beratung sowie Jugendarbeit/Jugendsozialarbeit.
Die Beratungsebene hat bildenden, helfenden und vermittelnden Charakter. Beratung erfolgt nach Anfrage und sucht die Hilfesuchenden vor Ort auf.
Informations- und Aufklärungsarbeit sollen für die Zielthematik und konkrete Problemlagen sensibilisieren.
Gender Mainstreaming
Ausgehend von den Gegebenheiten arbeiten die Projekte in einer "Gehstruktur" und suchen Jugendliche in ihren selbstgewählten Gruppenstrukturen auf.
Weiterhin sind gemeinwesenorientierte Ansätze, auf Grund der engen Beziehungsstruktur zwischen den Generationen vor allem im ländlichen Raum, Voraussetzung für eine erfolgreiche inhaltliche Arbeit.
Aktivitäten und Projekte berücksichtigen die unterschiedlichen Interessen von Mädchen und Jungen, Frauen und Männern. Die Projekte ermöglichen geschlechtsspezifischen Zugang.
Insbesondere muss berücksichtigt werden, dass in den örtlichen Kameradschaften überwiegend männliche Jugendliche und junge Männer agieren sowie Führungsfunktionen bekleiden. Bei Veranstaltungen treten aber verstärkt auch Mädchen und junge Frauen auf.
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